Positive Untersuchungsergebnisse nach Biotreibstoff-Langzeiteinsatz bei Lufthansa
09.03.12
DLR-Wissenschaftler bestätigen Alltagstauglichkeit von bio-synthetischem Kerosin
Nach 1187 Flügen mit bio-synthetischem Treibstoff präsentierte Joachim Buse, Vice President Aviation Biofuel der Deutschen Lufthansa AG, heute in Berlin die ersten Ergebnisse der technischen Detailanalysen. „Biokerosin kann wie erwartet problemlos im Flugbetrieb eingesetzt werden, die technischen Untersuchungen verliefen alle positiv und wir konnten nachweisen, dass Biokerosin keinen höheren Schadstoffausstoß als marktübliches Kerosin erzeugt“, erläutert Buse. Manfred Aigner, Leiter des DLR-Instituts für Verbrennungstechnik in Stuttgart ergänzt: „Unsere Messungen haben gezeigt, dass Biokerosin beim Schadstoffausstoß im Vergleich zu marktüblichen Kerosin mindestens gleichwertig ist.“
Von 15. Juli bis 27. Dezember 2011 flog im Rahmen des Forschungsprojekts burnFAIR ein Lufthansa Airbus A321 acht Mal täglich zwischen Hamburg und Frankfurt. Ein Triebwerk wurde dabei zu 50 Prozent mit Biokraftstoff betrieben. Die CO2-Einsparungen betrugen ersten Berechnungen zufolge allein in der sechsmonatigen Testphase rund 1500 Tonnen.
Die wichtigsten Untersuchungsergebnisse im Überblick:
DLR-Abgasmessungen
Während der Langzeiterprobung untersuchten Forscher des DLR-Instituts für Verbrennungstechnik die Emissionen im Abgas der Triebwerke. Dazu positionierten sie eine Sonde hinter beiden Triebwerken des Lufthansa- Airbus A321 (D-AIDG) und führten die Abgase über einen Schlauch zu den Analysegeräten. „In den Abgasen beider Triebwerke konnten ähnliche Stickoxid- und Kohlenmonoxid-Werte gemessen werden“, fasst DLR-Direktor Aigner zusammen.
Analyse der flugzeugseitigen Komponenten
Nach Abschluss der Flüge wurde der Airbus einer abschließenden Triebwerks-Boroskopuntersuchung unterzogen. Die detaillierte Untersuchung beider Tanks auf Ablagerungen und Veränderungen der Abdichtungen verlief positiv. Es wurden keinerlei Anzeichen für ein anormales Verhalten im Zusammenhang mit dem Biokerosin festgestellt
Treibstoffführende Teile und Tragflächentanks
Um das Flugzeug zügig zurück in den Linienverkehr zu überführen, wurden die wesentlichen treibstoffführenden Komponenten zwischen Tank und Triebwerk ausgetauscht. In den darauffolgenden Wochen wurden diese Bauteile und Sensoren auf Ablagerungen untersucht und die Funktionsfähigkeit überprüft. Die Geräte zeigen ein normales Verhalten bezüglich Funktion und Dichtigkeit. Die Geräte sind somit - wie erwartet - in einem sehr guten Zustand. Auch die Inspektion der beiden Treibstofftanks auf Ablagerung zeigten keinen Befund.
Engine Condition Monitoring
Während der Erprobungsphase wurden die routinemäßig stattfindenden Meldungen der wichtigsten Triebwerksparameter heraufgesetzt und zusätzliche Auswertungen vorgenommen. Das Ergebnis: Die Kraftstoff-Durchflussrate ist bei dem mit dem Biokerosingemisch betriebenen Triebwerk um etwa ein Prozent niedriger als bei dem mit konventionellem Kraftstoff betriebenen Triebwerk. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Energiedichte des Biokerosingemischs im Durchschnitt etwa ein Prozent oberhalb der des konventionellen Kerosins lag.
Lufthansa konnte beim Langzeitversuch burnFAIR auf die Unterstützung starker Partner bauen. Über sein Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo) unterstützte das BMWI Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Langzeiterprobung mit rund 2,5 Millionen Euro. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) waren unter anderem für die Emissionsmessungen direkt am Triebwerk zuständig und werteten sämtliche Erkenntnisse gemeinsam mit Lufthansa Experten aus.
Mehr Informationen zu dem Projekt sind unter www.puresky.de zu finden.
Deutsche Lufthansa AG
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