Klima- und Umweltverantwortung

Die Lufthansa Group hat den Anspruch, in allen Unternehmensbereichen nachhaltig und verantwortungsvoll zu wirtschaften. Grundlage der Treibstoffeffizienz-Aktivitäten ist die Vier-Säulen-Strategie für den Klimaschutz. Im nachfolgenden Interview erläutert Dr. Karlheinz Haag, Leiter Umweltkonzepte Konzern, welche Rolle dem Luftverkehr bei der Weltklimakonferenz in Bonn (6.-17.11.2017) zukommt und welche Bedeutung Klima- und Umweltverantwortung für die Lufthansa Group hat.

 

Herr Dr. Haag, was unternimmt die Lufthansa Group im Bereich der Klima- und Umweltverantwortung?

Die Lufthansa Group steht für verantwortungsvolle Mobilität. Wir setzen alles daran, die Umweltauswirkungen des Fliegens zu begrenzen und benötigte Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen. Das ist eine besondere Herausforderung, denn Jahr für Jahr steigt der Bedarf an Mobilität. Bereits 2008 haben wir ein strategisches Umweltprogramm aufgesetzt, das in 15 Leitlinien unsere Klima- und Umweltverantwortung skizziert.

Können Sie uns einige Beispiele nennen?

Wir orientieren uns bei unseren Programmen konsequent an der „Vier-Säulen-Strategie“ zum Klimaschutz im Luftverkehr, die verschiedene umweltrelevante Handlungsweisen bündelt. Sie reichen vom technischen Fortschritt über eine verbesserte Infrastruktur und operative Maßnahmen bis hin zu ökonomischen Instrumenten. Hier gibt es Bereiche, die die Luftverkehrswirtschaft direkt beeinflussen kann. Dazu zählen operative Schritte und allen voran die Investitionen in neue, emissionsärmere und leisere Flugzeuge. Auch Kooperationen und Partnerschaften sind sehr wichtig.

„Wir orientieren uns konsequent an der Vier-Säulen-Strategie zum Klimaschutz im Luftverkehr.“

Dr. Karlheinz Haag
Leiter Umweltkonzepte Konzern
Deutsche Lufthansa AG

Warum ist die Luftfahrt bei der Weltklimakonferenz „COP23“ in Bonn – wie bereits bei der Konferenz 2015 in Paris – weitestgehend ausgeklammert?

Man hat schon im Kyoto-Prozess erkannt, dass nationalstaatliche Instrumente für den internationalen Luft- und Seeverkehr nicht geeignet sind. Deshalb wurde die für den Luftverkehr zuständige UN-Organisation aufgefordert, eigene Regelungen zu erarbeiten. Die internationale Luftfahrtorganisation ICAO ist diesem Auftrag nachgekommen und hat im Oktober 2016 das internationale Klimaschutzinstrument CORSIA beschlossen.

Was bedeutet das für die Luftfahrbranche konkret?

Damit sollen ab 2020 die wachstumsbedingten CO2-Emissionen der Luftfahrt kompensiert werden: Wird mehr CO2 emittiert, sind die Belastungen durch Klimaschutzprojekte auszugleichen. Der internationale Luftverkehr ist übrigens der erste und bislang einzige Industriesektor, für den ein weltweites CO2-Emissionsziel gilt. Das viel beachtete Abkommen der UN-Klimakonferenz in Paris vor zwei Jahren enthält keine vergleichbaren Vorgaben.

COP23

Vom 6. Bis 17. November 2017 findet in Bonn die 23. Weltklimakonferenz unter der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln statt. „COP 23“ ist die Abkürzung für diese internationale Konferenz der Vereinten Nationen (Conference of the Parties, COP). Im Zentrum von COP23 steht die weitere Ausarbeitung des historischen Pariser Abkommens von 2015. Außerdem werden bei der Konferenz, zu der rund 30.000 Teilnehmer erwartet werden, Klimaschutzinitiativen und -projekte vorgestellt und diskutiert.

www.cop23.de

CORSIA

Klimaschutzabkommen für den Luftverkehr

Am 6. Oktober 2016 hat die Staatengemeinschaft im Rahmen der UN-Zivilluftfahrtorganisation ICAO (International Civil Aviation Organization) einem globalen Klimaabkommen für den Luftverkehr zugestimmt: Mit CORSIA (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) sollen ab 2021 wachstumsbedingte CO2-Emissionen im internationalen Luftverkehr durch CO2-Einsparungen in Klimaschutzprojekten kompensiert werden. Das neue System soll in zwei Stufen eingeführt werden. Von 2021 bis 2026 ist die Teilnahme auf freiwilliger Basis vorgesehen. Erst in der zweiten Phase von 2027 bis 2035 soll es für die Staaten bindend werden. Die Lufthansa Group hat sich – gemeinsam mit der Branche seit Jahren für ein Klimaabkommen stark gemacht und begrüßt, dass ein einvernehmlicher Beschluss der Staaten auf UN-Ebene erreicht wurde.

Weiterführende Infomationen auf bdl.aero

Vier Säulen für den Klimaschutz

Weiterführende Informationen zu den aktuellen Programmen und Maßnahmen entlang der 4-Säulen-Strategie erhalten Sie in der aktuellen Ausgabe des Nachhaltigkeitsberichts der Lufthansa Group.

Technischer
Fortschritt

Verbesserte
Infrastruktur

Operative
Maßnahmen

Ökonomische
Instrumente

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  • Neuerung bei Flugzeug- und Triebwerkstechnologien
  • Alternative Treibstoffe

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  • Bessere Nutzung der  Lufträume
  • Dem Bedarf angepasste Flughafeninfrastrukturen

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  • Effiziente Flugzeuggrößen
  • Optimale Flugrouten und -geschwindigkeiten
  • Optimierte Prozesse am Boden

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  • Ein globales, sinnvoll ausgestaltetes, marktbasiertes System zur Emissionsminderung als Ergänzung zu den drei anderen Säulen.