Die Klimaschutzziele der Lufthansa Group

Die CO₂-Bilanz des Unternehmens soll bis 2030 im Vergleich zu 2019 halbiert werden und im Jahr 2050 neutral ausfallen

Der Luftverkehr verbindet Menschen, Länder und Kulturen. Er sorgt für zuverlässige Warenströme und ist von herausragender volkswirtschaftlicher Bedeutung. Gleichzeitig hat er, wie andere Verkehrsträger auch, unerwünschte Auswirkungen auf Klima und Umwelt. Die Lufthansa Group nimmt ihre Verantwortung für wirksamen Klimaschutz wahr – mit einem klar definierten Weg hin zur CO2-Neutralität.

Wir sind davon überzeugt, dass Reisen die Welt zum einem besseren Ort macht. Daher setzen wir all unsere Expertise, unsere Energie und unsere Netzwerke ein, um CO2-neutrales Fliegen Realität werden zu lassen.

Christina Foerster
Vorständin Customer, IT & Corporate Responsibility der Lufthansa Group

Die grüne Transformation der Luftfahrt aktiv mitgestalten

Die Lufthansa Group hat sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt und strebt eine Halbierung der Netto-CO2-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2019 sowie eine neutrale CO2-Bilanz bis 2050 an. Um diese Netto-Ziele weiter zu konkretisieren, hat sie sich der „Science Based Targets Initiative“ (SBTi) angeschlossen, um ihren CO2-Reduktionspfad mit dem Pariser Klimaabkommen der Vereinten Nationen in Einklang zu bringen. Auf Basis wissenschaftlicher Berechnungen werden CO2-Emissionen mit Hilfe von Flottenerneuerung und -optimierung, verbesserter operativer Effizienz sowie dem Einsatz von nachhaltigen Flugkraftstoffen kontinuierlich reduziert. Die offizielle Validierung erfolgt im Jahr 2022.

Christina Foerster, Vorständin Customer, IT & Corporate Responsibility der Lufthansa Group:
„Wir sind davon überzeugt, dass Reisen die Welt zum einem besseren Ort macht. Daher setzen wir all unsere Expertise, unsere Energie und unsere Netzwerke ein, um CO2-neutrales Fliegen Realität werden zu lassen. Bereits bis 2030 wollen wir unsere Netto-CO2-Emissionen um 50 Prozent gegenüber 2019 senken, bis 2050 wollen wir CO2-neutral sein. Auch wenn dazu heute noch nicht alle Lösungen bekannt sind: die wissenschaftlich-technologischen Grundlagen sind gelegt. Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam zu handeln. Ich bin überzeugt: Mit technischer und operativer Kompetenz tief in der DNA unseres Unternehmens, dem hohen Anspruch an die Standards unserer Industrie sowie unserer großen Leidenschaft fürs Fliegen wird es gelingen, gemeinsam mit unseren Kund:innen, Partnerschaften und der Politik neue Wege zu gehen und auch in Zukunft Menschen, Kulturen und Volkswirtschaften zu verbinden. Auf nachhaltige Weise.”

 

Die CO₂-Bilanz des Unternehmens soll bis 2030 im Vergleich zu 2019 halbiert werden und im Jahr 2050 neutral ausfallen

bis 2030

-50%
Netto-CO2-Emissionen

bis 2050

CO2-neutral

Wichtige Treiber auf dem Weg hin zu einer CO2-neutralen Luftfahrt

Die Lufthansa Group investiert fortlaufend in eine moderne und besonders treibstoffeffiziente Flotte. Bis Ende dieses Jahrzehnts sollen insgesamt mindestens 190 spritsparende Flugzeuge an die Airlines der Lufthansa Group ausgeliefert werden. Flugzeuge der neuesten Generation verbrauchen im Vergleich zu ihren jeweiligen Vorgängermodellen bis zu 30 Prozent weniger Treibstoff und emittieren entsprechend weniger CO2.

Gleichzeitig implementiert die Lufthansa Group effizientere Konzepte für Ab- und Anflug und treibt die Digitalisierung der Anflugtechnologien voran.

Über gezielte Kooperationen treibt die Lufthansa Group mit Nachdruck Schlüsseltechnologien zur Erzeugung nachhaltiger Flugkraftstoffe Sustainable Aviation Fuels (SAF) voran. Der Fokus liegt dabei auf SAF auf Basis von biogenen Reststoffen, erneuerbarer elektrischer Energie (Power-to-Liquid, PtL) und Sonnenlicht (Sun-to-Liquid, StL).

Die Lufthansa Group hat sich nachhaltiges Kerosin für eine Viertelmilliarde US-Dollar gesichert, um die in den kommenden Jahren absehbar steigende Nachfrage bedienen zu können.

Lufthansa hat die Möglichkeit, die CO2-Emissionen einer Flugreise auszugleichen, direkt in die Buchung integriert. Bei der Flugbuchung auf lufthansa.com erhalten Kund:innen jeweils drei Vorschläge für CO2-neutrales Fliegen. Die Auswahl der gewünschten Option erfolgt mit einem einzigen Klick, die Bezahlung zusammen mit dem Flugticket.

Bei Lufthansa Cargo können sich Kunden für eine CO2-neutrale Beförderung ihrer Fracht entscheiden. Das Unternehmen bietet ebenfalls neben der Nutzung von nachhaltigem Flugkraftstoff auch zertifizierte Ausgleichsprojekte an. Der Add-on Service „Sustainable Choice“ ist auf allen Strecken mit einem Frachtersegment, für alle Produktgruppen und alle Kunden weltweit verfügbar.

Die Lufthansa Group selbst gleicht seit 2019 die CO2-Emissionen der dienstlichen Flugreisen ihrer Mitarbeiter:innen weltweit aus.

Wie keine andere Airline-Gruppe weltweit setzt die Lufthansa Group darauf, die Verkehrsträger zu vernetzen und baut ihre Kooperationen mit lokalen Bahnanbietern kontinuierlich aus. So bietet Lufthansa unter anderem für jeden deutschen Zubringerflug nach Frankfurt eine Alternative per Bahn und bringt derzeit Gäste aus fünf europäischen Ländern mit dem Zug zu einem ihrer Drehkreuze.

Den ökonomischen Maßnahmen zum Klimaschutz kommt eine wesentliche Bedeutung zu, solange nachhaltige Antriebstechnologien nicht zur Verfügung stehen und nachhaltige Flugkraftstoffe nicht in ausreichender Menge vorhanden sind.

Mit dem im Oktober 2016 bei der International Civil Aviation Organization (ICAO) getroffenen Übereinkommen zum Klimaschutz – Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation (CORSIA) – werden seit 2021 wachstumsbedingte CO₂-Emissionen im internationalen Luftverkehr durch den Erwerb von Zertifikaten kompensiert. Konzeptionell werden im Rahmen von CORSIA alle Residualemissionen der Luftfahrtindustrie kompensiert, welche über dem CO2-Ausstoß des von der ICAO definierten Basisjahres 2019 liegen.
Im EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) für den Luftverkehr werden die CO₂-Emissionen seit 2012 durch einen Zertifikatehandel gesteuert und begrenzt. Die Lufthansa Group unterliegt diesem System mit allen Flügen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Zusätzliche Verpflichtungen zur Abgabe von Emissionszertifikaten entstehen durch die Emissionshandelssysteme der Schweiz (CH-EHS, seit Januar 2020) und des Vereinigten Königreichs (UK-ETS, seit Januar 2021) für die Flüge zwischen dem EWR und der Schweiz sowie Großbritannien.

2021 wurden konzernweit 22 Projekte zur Treibstoffeinsparung verfolgt. Diese Projekte umfassen Maßnahmen aus den Bereichen Performance & Procedures, Gewichtsreduktion, Flugroutenoptimierung sowie technische Entwicklungen. Hiermit konnten 2021 weitere 30,4 Tsd. Tonnen CO₂-Emissionen dauerhaft vermieden werden. Die eingesparte Menge Kerosin von rund 9,6 Tsd. Tonnen entspricht dem Verbrauch von circa 113 Hin- und Rückflügen auf der Strecke München - New York mit einem Flugzeug des Typs Airbus A350–900.

Am Boden: Umstellung auf CO2-neutrale Mobilität bis 2030

Seit 2020 bezieht die Lufthansa Group in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien ausschließlich Grünstrom. Lufthansa hat hierzu Grünstromzertifikate erworben, die eine Ökostrom-Produktion aus Neuanlagen garantieren, und leistet so einen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien. Als weitere Maßnahme stellt der Konzern in seinen Heimatmärkten bis 2030 auf CO2-neutrale Mobilität am Boden um.