Joint Ventures

Die Lufthansa Group unterhält drei strategisch und kommerziell bedeutende Joint Ventures: das transatlantische Joint Venture A++ mit United Airlines und Air Canada, das bilaterale Europa-Japan-Joint Venture J+ mit All Nippon Airways (ANA) sowie das kommerzielle Europa - Süd-Ost-Asien und Süd-West-Pazifik Joint Venture mit Singapore Airlines.

Das transatlantische Joint Venture „A++“

Das multilaterale, transatlantische Joint Venture A++ besteht zwischen Lufthansa zusammen mit ihren Verbundpartnern Austrian Airlines, SWISS und Brussels Airlines, Air Canada und der neuen United Airlines (UA mit CO). A++ ist aus zuvor bilateralen Joint Ventures zwischen Lufthansa mit jeweils United Airlines und Air Canada hervorgegangen. Es umfasst sämtliche Verbindungen der Airlines über den Nordatlantik sowie die hiermit verbundenen Anschlussflüge. Für die Kunden bedeutet A++ eine Auswahl an täglich knapp 10.000 Flügen zu 570 Destinationen in Europa und Nordamerika (USA, Kanada).

Das Europa-Japan Joint Venture „J+“

Dieses Joint Venture zwischen Lufthansa und der größten japanischen Fluggesellschaft ANA startete im Frühjahr 2012. Im April 2013 sind Austrian Airlines und SWISS ebenfalls dem strategischen Joint Venture beigetreten. Einbezogen sind sämtliche 196 wöchentlichen Flüge auf elf Strecken der beteiligten Airlines zwischen Japan und Europa.

Das Europa – Süd-Ost-Asien und Süd-West-Pazifik Joint Venture

Das im November 2015 geschlossene kommerzielle Joint Venture zwischen der Lufthansa Group und Singapore Airlines (SIA) trägt erste Früchte: die drei beteiligten Airlines Lufthansa, Singapore Airlines (SIA) und Swiss International Air Lines (Swiss) erweitern ihre Codeshare-Abkommen.

Lufthansa und Swiss nehmen auf Basis des neuen Joint Ventures elf neuen Codeshare-Verbindungen in Süd-Ost-Asien und im Süd-West-Pazifik in ihre Flugpläne auf.

Singapore Airlines Kunden profitieren von mehr als 20 innereuropäischen Codesharing-Strecken über die Hubs München und Zürich.

Das Europa-China Joint Venture

Mit der Unterzeichnung des Joint Ventures zwischen der Lufthansa Group und Air China im September 2016 setzt die Lufthansa Group ihre Asienstrategie konsequent fort. Das Joint Venture mit dem National Flag Carrier der Volksrepublik China hat eine besondere Bedeutung, da es die Präsenz der Lufthansa Group Airlines im zweitwichtigsten Luftverkehrsmarkt der Welt deutlich stärkt. Neben Lufthansa und Air China erstreckt sich die Vereinbarung auf die Lufthansa-Töchter Austrian Airlines und Swiss International Air Lines. Startschuss für die intensivierte Zusammenarbeit ist der Sommerflugplan 2017.

Enge Zusammenarbeit in vielen Bereichen

Der Grundgedanke in den Joint Ventures ist die sogenannte „Metal Neutrality“, die durch die enge Zusammenarbeit in Kapazitäts- und Preisplanung sowie der Erlössteuerung erreicht wird. Damit wird sichergestellt, dass für den Reisenden ein einheitliches und frei kombinierbares Angebot entsteht, welches zusätzliche Reiseoptionen sowie eine höhere Verfügbarkeit von Sondertarifen und Anschlussverbindungen ermöglicht. Der Passagier braucht damit unter den Partnern keine Präferenzen für seine Kaufentscheidung auszubilden, sondern kann sich „neutral“ gegenüber dem geflogenen „Metall“ verhalten. Um die Ziele gemeinsam zu erreichen wird „in einen Topf“ gewirtschaftet und die Umsätze, nach dem Produktionsanteil aufgeschlüsselt, verteilt.

Im Gegensatz zu einer klassischen Kooperation im Rahmen eines Allianzverbundes unterliegen die Joint Ventures wesentlich strengeren gesetzlichen Auflagen. Grundvoraussetzung für eine enge Abstimmung ist die kartellrechtliche Freistellung durch die Wettbewerbsbehörden, auf Basis der vertraglichen Ausgestaltung der Joint Ventures. Die Verbund-Airlines der Lufthansa Group Austrian Airlines, Brussels Airlines und SWISS haben ebenfalls mit den Joint-Venture-Partnern eine kartellrechtliche Freistellung erhalten.

Vorteile durch Joint Ventures

Die Abstimmung in den wesentlichen Bereichen einer Fluggesellschaft und damit der virtuellen Bündelung der Ressourcen ermöglichen eine bessere Auslastung der angebotenen Kapazitäten. Dies wird durch einheitliche und kombinierbare Preise sowie durch den gemeinsamen Verkauf des Angebots unter Ausnutzung der Vertriebsstärke in den Heimatmärkten der Partner erleichtert. Besonders Firmenkunden und Reisebüros profitieren durch die Bündelung des größeren Angebots in einem Vertragswerk und einer vereinfachten Handhabung dieser Verträge durch nur noch einen Ansprechpartner für alle Airlines. Privatreisende profitieren mehr von den Kombinationsmöglichkeiten der Verbindungen zu ihren Reisezielen und den höheren Verfügbarkeiten bei Sonderpreisen sowie zusätzlichen Sitzplatzkapazitäten für Freitickets zur Verwendung ihrer Bonusmeilen.

Mit der gemeinsamen Vermarktung der Flüge wird auch das wirtschaftliche Risiko für die Aufnahme neuer Strecken reduziert und diese teilweise erst ermöglicht.