Die Lufthansa Group ist bereits seit 1994 verlässlicher Partner der Klimaforschung und hat seitdem mehrere Langstreckenflugzeuge mit Messinstrumenten ausgestattet. Diese sind dann während der Passagierbeförderung auch als „fliegende Labore“ zur Analyse der mittleren Luftschichten unterwegs. Der Luftfahrtkonzern ist ein Pionier auf diesem Gebiet. Mit den im Reiseflug erfassten, einzigartigen Daten kann die Klimaforschung die Leistungsfähigkeit heutiger Atmosphären- und Klimamodelle und damit deren Aussagekraft für das zukünftige Klima auf der Erde bewerten. Das Besondere: Klimarelevante Parameter können in der Tropopausenregion (in neun bis zwölf Kilometern Flughöhe) mit deutlich höherer Genauigkeit und zeitlicher Auflösung an Bord des Flugzeugs erfasst werden als mit satelliten- oder bodengestützten Messsystemen.

CARIBIC

Civil Aircraft for the Regular Investigation of the atmosphere Based on an Instrument Container

Seit 2004

Ziel: Grundlagenforschung zum Verständnis der Erdatmosphäre.

Unser Beitrag:Die Lufthansa Group unterstützt dieses Forschungsprojekt bereits seit 2004. Damals wurde der Lufthansa Airbus A340-600 „D-AIHE“ mit einem weltweit einzigartigen, 1,6 Tonnen schweren Messcontainer ausgestattet. Auf internationalen Strecken wurden seitdem rund 500 Messflüge im Dienst der Klima- und Atmosphärenforschung absolviert. Das Langstreckenflugzeug ist seit April 2020 vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie geparkt. Die Lufthansa Group unterstützt dieses wichtige Forschungsprojekt auch künftig und rüstet dafür aktuell ein hochmodernes Langstreckenflugzeug vom Typ Airbus A350-900, die „D-AIXJ“, zum Klimaforschungsflugzeug um. Voraussichtlich ab Ende 2021 soll es während der Passagierbeförderung gleichzeitig auch für die Klimaforschung unterwegs sein.

Ergebnisse: Bis heute gab es mehr als 150 wissenschaftliche Veröffentlichungen und seit 2015 sechs Artikel in den hochrangigen Zeitschriften von Nature und PNAS. Besonders erwähnenswert sind die Ergebnisse der acht Aerosol-Messinstrumente, die Beiträge zu den Auswirkungen von Vulkanaschepartikeln oder aus den nordamerikanischen Waldbränden auf die Atmosphäre liefern konnten. 2014 konnte das fliegende CARIBIC-Labor darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Nachweis dreier bisher unentdeckter Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) leisten, den Hauptverursachern des sogenannten Ozonlochs in der Stratosphäre.

Weiterführende Information unserer Projektpartner:
www.caribic-atmospheric.com

IAGOS

In-service Aircraft for a Global Observing System

Seit 2011

Ziel: Aufbau einer weltweiten Messinfrastruktur zur Beobachtung der Erdatmosphäre mit Hilfe der zivilen Luftfahrt.

Unser Beitrag: Das erste IAGOS-Flugzeug, der Airbus A340-300 „Viersen“, ist seit dem 8. Juli 2011 im Einsatz. An diesem Tag startete Lufthansa als weltweit erste Fluggesellschaft gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich diese neuartige Langzeiterforschung der Erdatmosphäre per Linienflug. Das eigens dafür neu entwickelte Instrumentenpaket ist leicht, robust und nahezu wartungsfrei. Routinemäßig werden in Reiseflughöhe atmosphärische Spurenstoffe und Wolkenteilchen erfasst. 2015 hat die Lufthansa Group ihr Engagement für das Klimaforschungsprojekt IAGOS ausgebaut und ein zweites Flugzeug, den Lufthansa Airbus A330-300 mit der Registrierung „D-AIKO“, mit speziellen Messgeräten ausgestattet.

Ergebnisse: Im Jahr 2013 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das IAGOS-Projekt in die nationale Roadmap für Forschungsinfrastrukturen aufgenommen. Nach Ansicht des vom BMBF beauftragten Wissenschaftsrats wird durch die kontinuierliche und globale Erfassung von Atmosphärendaten eine wichtige Wissenslücke geschlossen, um genauere Klimavorhersagen zu treffen.

Weiterführende Informationen unserer Projektpartner:
www.fz-juelich.de
www.iagos.org

AMDAR

Aircraft Meteorological Data Relay

Seit 1999

Ziel: Erfassung von meteorologischen Daten für die tägliche Wettervorhersage.

Unser Beitrag: Seit Ende 1999 messen Lufthansa Flugzeuge während des gesamten Fluges Daten, die weltweit allen nationalen meteorologischen Diensten zur Verfügung stehen und direkt in die Berechnung von Wettervorhersagen mit einfließen.

Ergebnisse: Verbesserung der Wettervorhersage. Ersatz von kostenintensiven Radiosondenmessungen der einzelnen nationalen Wetterdienste.