Der Luftverkehr verbindet Menschen, Länder und Kulturen. Er sorgt für zuverlässige Warenströme und ist von herausragender volkswirtschaftlicher Bedeutung. Gleichzeitig hat er, wie andere Verkehrsträger auch, unerwünschte Auswirkungen auf Klima und Umwelt. Die Lufthansa Group nimmt ihre Verantwortung für wirksamen Klimaschutz wahr – mit einem klar definierten Weg hin zur CO2-Neutralität.

Mit klarer Strategie in eine nachhaltige Zukunft

Die Lufthansa Group hat sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt und strebt eine Halbierung der Netto-CO2-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2019 sowie eine neutrale CO2-Bilanz bis 2050 an. Um diese Netto-Ziele weiter zu konkretisieren, hat sie sich der „Science Based Targets Initiative“ (SBTi) angeschlossen, um ihren CO2-Reduktionspfad mit dem Pariser Klimaabkommen der Vereinten Nationen in Einklang zu bringen. Auf Basis wissenschaftlicher Berechnungen werden CO2-Emissionen mit Hilfe von Flottenerneuerung und -optimierung, verbesserter operativer Effizienz sowie dem Einsatz von nachhaltigen Flugkraftstoffen kontinuierlich reduziert. Die offizielle Validierung erfolgt im Jahr 2022.

Die Lufthansa Group investiert fortlaufend in eine moderne und besonders treibstoffeffiziente Flotte. Bis Ende dieses Jahrzehnts sollen insgesamt mindestens 190 spritsparende Flugzeuge an die Airlines der Lufthansa Group ausgeliefert werden. Flugzeuge der neuesten Generation verbrauchen im Vergleich zu ihren jeweiligen Vorgängermodellen bis zu 30 Prozent weniger Treibstoff und emittieren entsprechend weniger CO2.

Gleichzeitig implementiert die Lufthansa Group effizientere Konzepte für Ab- und Anflug und treibt die Digitalisierung der Anflugtechnologien voran.

Über gezielte Kooperationen treibt die Lufthansa Group mit Nachdruck Schlüsseltechnologien zur Erzeugung nachhaltiger Flugkraftstoffe Sustainable Aviation Fuels (SAF) voran. Der Fokus liegt dabei auf SAF auf Basis von biogenen Reststoffen, erneuerbarer elektrischer Energie (Power-to-Liquid, PtL) und Sonnenlicht (Sun-to-Liquid, StL).

Die Lufthansa Group hat sich nachhaltiges Kerosin für eine Viertelmilliarde US-Dollar gesichert, um die in den kommenden Jahren absehbar steigende Nachfrage bedienen zu können.

Lufthansa hat die Möglichkeit, die CO2-Emissionen einer Flugreise auszugleichen, direkt in die Buchung integriert. Bei der Flugbuchung auf lufthansa.com erhalten Kund:innen jeweils drei Vorschläge für CO2-neutrales Fliegen. Die Auswahl der gewünschten Option erfolgt mit einem einzigen Klick, die Bezahlung zusammen mit dem Flugticket.

Bei Lufthansa Cargo können sich Kunden für eine CO2-neutrale Beförderung ihrer Fracht entscheiden. Das Unternehmen bietet ebenfalls neben der Nutzung von nachhaltigem Flugkraftstoff auch zertifizierte Ausgleichsprojekte an. Der Add-on Service „Sustainable Choice“ ist auf allen Strecken mit einem Frachtersegment, für alle Produktgruppen und alle Kunden weltweit verfügbar.

Die Lufthansa Group selbst gleicht seit 2019 die CO2-Emissionen der dienstlichen Flugreisen ihrer Mitarbeiter:innen weltweit aus.

Wie keine andere Airline-Gruppe weltweit setzt die Lufthansa Group darauf, die Verkehrsträger zu vernetzen und baut ihre Kooperationen mit lokalen Bahnanbietern kontinuierlich aus. So bietet Lufthansa unter anderem für jeden deutschen Zubringerflug nach Frankfurt eine Alternative per Bahn und bringt derzeit Gäste aus fünf europäischen Ländern mit dem Zug zu einem ihrer Drehkreuze.

Den ökonomischen Maßnahmen zum Klimaschutz kommt eine wesentliche Bedeutung zu, solange nachhaltige Antriebstechnologien nicht zur Verfügung stehen und nachhaltige Flugkraftstoffe nicht in ausreichender Menge vorhanden sind.

Mit dem im Oktober 2016 bei der International Civil Aviation Organization (ICAO) getroffenen Übereinkommen zum Klimaschutz – Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation (CORSIA) – werden seit 2021 wachstumsbedingte CO₂-Emissionen im internationalen Luftverkehr durch den Erwerb von Zertifikaten kompensiert. Konzeptionell werden im Rahmen von CORSIA alle Residualemissionen der Luftfahrtindustrie kompensiert, welche über dem CO2-Ausstoß des von der ICAO definierten Basisjahres 2019 liegen.
Im EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) für den Luftverkehr werden die CO₂-Emissionen seit 2012 durch einen Zertifikatehandel gesteuert und begrenzt. Die Lufthansa Group unterliegt diesem System mit allen Flügen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Zusätzliche Verpflichtungen zur Abgabe von Emissionszertifikaten entstehen durch die Emissionshandelssysteme der Schweiz (CH-EHS, seit Januar 2020) und des Vereinigten Königreichs (UK-ETS, seit Januar 2021) für die Flüge zwischen dem EWR und der Schweiz sowie Großbritannien.

2021 wurden konzernweit 22 Projekte zur Treibstoffeinsparung verfolgt. Diese Projekte umfassen Maßnahmen aus den Bereichen Performance & Procedures, Gewichtsreduktion, Flugroutenoptimierung sowie technische Entwicklungen. Hiermit konnten 2021 weitere 30,4 Tsd. Tonnen CO₂-Emissionen dauerhaft vermieden werden. Die eingesparte Menge Kerosin von rund 9,6 Tsd. Tonnen entspricht dem Verbrauch von circa 113 Hin- und Rückflügen auf der Strecke München - New York mit einem Flugzeug des Typs Airbus A350–900.

 

Der spezifische Treibstoffverbrauch liegt bei 4,05 Liter pro 100 Passagierkilometer

Die Flugzeuge der Passagierflotten benötigten 2021 durchschnittlich 4,05 Liter Kerosin, um einen Fluggast 100 Kilometer weit zu transportieren (2020: 4,18 l / 100pkm). Seit 1994 konnte der Konzern den spezifischen Treibstoffverbrauch um 30 Prozent senken.

1 Definition der Verkehrsgebiete:
Langstrecke über 3.000 km; Mittelstrecke 800 bis 3.000 km; Kurzstrecke unter 800 km.

Die Effizienzwerte der einzelnen Group Airlines finden Sie im Factsheet Nachhaltigkeit 2021 der Lufthansa Group.

Energie- und Ressourcenmanagement

Der ökonomisch und ökologisch effiziente Einsatz von Energie und Ressourcen ist in allen Geschäftsfeldern der Lufthansa Group von entscheidender Bedeutung. Der Lufthansa Group ist es über die Erfüllung rechtlicher Vorgaben hinaus wichtig, nachhaltige Potenziale für einen schonenden Umgang mit Strom und Wasser aufzuzeigen und entsprechende Lösungen zu entwickeln. Ebenso bedeutsam sind die Maßnahmen, um das Abfallaufkommen zu reduzieren und wiederzuverwerten. Ein maßgeblicher Ansatzpunkt am Boden ist zudem, bei Planung, Sanierung und Bau von Gebäuden energiesparende und ressourcenschonende Aspekte umzusetzen. 

Seit 2020 bezieht die Lufthansa Group in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien ausschließlich Grünstrom. Lufthansa hat hierzu Grünstromzertifikate erworben, die eine Ökostrom-Produktion aus Neuanlagen garantieren, und leistet so einen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien. Als weitere Maßnahme stellt der Konzern in seinen Heimatmärkten bis 2030 auf CO2-neutrale Mobilität am Boden um.