Aktiver Schallschutz

Die Lufthansa Group setzt Maßstäbe im aktiven Schallschutz

Die Lufthansa Group setzt sich dauerhaft mit vielfältigen Aktivitäten und Maßnahmen dafür ein, den Fluglärm merklich zu mindern. Vorrangiges Ziel ist es, den Lärm an der Quelle nachhaltig zu senken und zusammen mit den Systempartnern optimierte Flugverfahren zu entwickeln. Zudem umfassen die Aktivitäten zum Schallschutz auch eine ökonomische Komponente: Denn durch den Einsatz leiser Flugzeuge kann der Konzern möglichen Betriebsbeschränkungen vorbeugen.

So arbeitet die Lufthansa Group mit Nachdruck daran, möglichst geräuscharme Flugzeuge einzusetzen und ihre bestehende Flotte immer leiser zu machen. Mit Erfolg: Im Jahr 2017 erfüllten oder übererfüllten 99,5 Prozent der Flugzeuge – und Maßnahmen für aktiven Schallschutz damit nahezu die gesamte operative Konzernflotte – das strenge minus 10-Dezibel-Kriterium des ICAO-Kapitel 4-Standard.

Investitionen in moderne Flugzeuge

Der größte Hebel zur Reduktion des Fluglärms liegt in der Modernisierung der Flotte. Die Lufthansa Group arbeitet dabei eng mit den Herstellern zusammen und nimmt aktiv Einfluss auf die Spezifikation und den technischen Status von neuen Flugzeugen. Im Jahr 2017 hat der Aviation-Konzern 29 neue Flugzeuge in Betrieb genommen, darunter fünf weitere vom Typ Airbus A320neo und zehn Bombardier C Series, die mit modernen Triebwerken ausgestattet sind. Gleiches gilt für den Airbus A350-900, der zu den modernsten und umweltfreundlichsten Langstreckenflugzeugen zählt und wesentlich leiser ist als vergleichbare Flugzeugtypen. Dafür haben insgesamt 36 ältere Flugzeuge die Konzernflotte verlassen.

Lärmkonturen im Vergleich

A350-900 vs. A340-300 / 600

Der Airbus A350-900 weist im Vergleich zu Vorgängermodellen eine rund 40–50 Prozent kleinere Lärmkontur auf. Dargestellt sind die 85-dB(A)- Maximal-Schallpegel- Konturen für einen Abflug mit Lufthansa Standardabflugverfahren und mit maximalem Startgewicht (MTOW). Zum Vergleich: Ein Maximalschallpegel von 85 dB(A) wird etwa durch einen im Stadtverkehr im Abstand von fünf Metern vorbeifahrenden Lkw erzeugt.

40-50 %
Kleinere Lärmkontur

Technisches Nachrüsten der bestehenden Flotte

Die Lufthansa Group rüstet auch Flugzeuge ihrer Bestandsflotte mit geräuschreduzierenden Techniken nach. Der Konzern arbeitet diesbezüglich eng mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und den jeweiligen Flugzeugherstellern zusammen. 

Lufthansa stellte Anfang 2014 als weltweit erste Airline eine mit schallreduzierenden Wirbelgeneratoren ausgestattete A320 in Dienst und setzte damit einen Industriestandard. Flugzeuge mit Wirbelgeneratoren sind im Landeanflug bis zu vier Dezibel leiser. Mittlerweile hat der Konzern alle Flugzeuge der A320-Familie von Lufthansa und SWISS mit diesen Wirbelgeneratoren nachgerüstet. Die Umrüstung der A320-Familie von Austrian Airlines wird voraussichtlich im Jahr 2019 abgeschlossen sein.

Überflugmessungen ergaben, dass die Wirbelgeneratoren zwei störende Töne zu beseitigen vermögen. Erste Messungen der neuen Flugzeuge mit Wirbelgeneratoren zeigen, dass der Gesamtschallpegel des Flugzeugs im Anflug zwischen 17 und 10 Kilometer vor der Landung um bis zu vier Dezibel sinkt. Damit setzt die Lufthansa Group einen zentralen Aspekt der „Allianz für mehr Lärmschutz“ um, einer Gemeinschaftsinitiative von Lufthansa Group, Fraport, Airline-Verband BARIG, DFS, Forum Flughafen und Region (FFR) und der Hessischen Landesregierung.

 

 

Hörproben Airbus A320

 

 

Hörproben A320 mit und ohne Wirbelgenerator im Landeanflug auf den Flughafen Frankfurt am Messpunkt Offenbach Lauterborn.

Hörproben A320 mit und ohne Wirbelgenerator im Landeanflug auf den Flughafen München am Messpunkt Massenhausen.


Optimierte An- und Abflugverfahren

Gemeinsam mit ihren Systempartnern erzielt die Lufthansa Group in ihrem Bestreben, leiser zu fliegen, seit Langem Erfolge mit neuen Flugverfahren, etwa dem kontinuierlichen Sinkflug, dem steileren Anflug und veränderten Flugrouten. Solche optimierten An- und Abflugverfahren bilden einen weiteren Schwerpunkt der Maßnahmen zum aktiven Schallschutz, wie sie zum Beispiel im Forum Flughafen und Region (FFR) in Frankfurt entwickelt und umgesetzt wurden. 

Speziell am größten deutschen Drehkreuz in Frankfurt nehmen Vertreter des Flugbetriebs regelmäßig an Expertenrunden teil und arbeiten mit Hochdruck daran, optimierte An- und Abflugverfahren einzuführen.


Forschen für leiseres Fliegen

Die Lufthansa Group engagiert sich seit vielen Jahren in der Lärmforschung, welche die Grundlagen für einen erfolgreichen aktiven Schallschutz schafft. Nur diese aufwendigen und hochkomplexen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten führen zu leiseren Flugzeug- und Triebwerksgenerationen sowie zu den gewünschten Optimierungen der Bestandsflotte. Für die Lufthansa Group ist es daher sehr wichtig, diesen stetigen Kreislauf aus intensiver Forschung sowie neuen Technologien und Produkten fortzusetzen, um weitere Effizienzsteigerungen bei Flugzeugen und Triebwerken zu erzielen.

Das Fluglärm-Portal

Weiterführende Informationen zum Engagement der Luftfahrtbranche im Bereich Lärmschutz bietet das Fluglärm-Portal des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

www.fluglärm-portal.de