Die Lufthansa Group setzt Maßstäbe im aktiven Schallschutz

Die Lufthansa Group setzt sich seit Jahren mit vielfältigen Aktivitäten und Maßnahmen dafür ein, die im Flughafenumfeld unvermeidlichen Lärmemissionen merklich zu mindern. Ziel ist, den Lärm an der Quelle nachhaltig zu reduzieren und zusammen mit den Systempartnern optimierte Flugverfahren zu gestalten. Dazu leisten auch kontinuierliche Investitionen in moderne und besonders geräuscharme Flugzeuge einen wesentlichen Beitrag.

Im Hinblick auf die Geräuschemissionen erfüllen 610 von 613 Flugzeugen der aktiven Flotte der Lufthansa Group den aktuell strengsten sogenannten Kapitel-4-Lärmstandard der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO, der seit 2006 für neue Flugzeuge gilt.

Investitionen in moderne Flugzeuge

Die größten Fortschritte bei der Reduktion von Fluglärm lassen sich durch den Einsatz moderner Flugzeuge erzielen. Die Lufthansa Group investiert hier kontinuierlich.

Auf der Kurz- und Mittelstrecke ist der Airbus A320neo dank neuer Triebwerkstechnologie und einer verbesserten Aerodynamik das mit Abstand effizienteste und leiseste Flugzeug. Im Januar 2016 erhielt Lufthansa als weltweit erster Kunde dieses Modell. Das Flugzeug weist im Vergleich zu einer A320 der Bestandsflotte eine um rund 50 Prozent reduzierte Lärmkontur auf.

Besonders leise fliegt auch der Airbus A350-900, den Lufthansa Ende 2016 in Dienst gestellt hat.

Lärmkonturen im Vergleich A350-900 vs. A340-300/600

Der Airbus A350-900 weist im Vergleich zu Vorgängermodellen eine rund 40–50 Prozent kleinere Lärmkontur auf. Dargestellt sind die 85-dB(A)- Maximal-Schallpegel-Konturen für einen Abflug mit Lufthansa Standardabflugverfahren und mit maximalem Startgewicht (MTOW). Zum Vergleich: Ein Maximalschallpegel von 85 dB(A) wird etwa durch einen im Stadtverkehr im Abstand von fünf Metern vorbeifahrenden Lkw erzeugt.

Quelle: Airbus, Stand: 11/2016

Als weltweit erste Fluggesellschaft hat Swiss International Air Lines Mitte 2016 die neue Bombardier CS100 in Betrieb genommen. Im Vergleich zu den bislang eingesetzten Flugzeugen sinkt bei diesem Modell die Schallleistung beim Start um die Hälfte. Mit der C Series leistet SWISS folglich einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität der Anwohner im Flughafenbereich.


Technisches Nachrüsten der bestehenden Flotte

Die Lufthansa Group rüstet auch Flugzeuge ihrer Bestandsflotte mit geräuschreduzierenden Techniken nach. Der Konzern arbeitet diesbezüglich eng mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und den jeweiligen Flugzeugherstellern zusammen. 

Lufthansa stellte Anfang 2014 als weltweit erste Airline einen mit schallreduzierenden Wirbelgeneratoren ausgestatteten Airbus A320 in Dienst und setzte damit einen Industriestandard. Mittlerweile hat Lufthansa Technik alle A320 der Fluggesellschaft mit diesen Wirbelgeneratoren nachgerüstet. Gleichzeitig liefert Airbus neue Flugzeuge dieses Typs nur noch mit dieser Modifikation aus. 

SWISS hat ebenfalls 2016 ihre Flugzeuge der Airbus A320-Familie mit den lärmmindernden Wirbelgeneratoren ausgestattet. Diese Modifikation reduziert die Fluglärmbelastung im Raum Zürich und Genf deutlich. Ebenso startete Austrian Airlines im Herbst 2016 die Nachrüstung ihrer A320-Flugzeuge mit Wirbelgeneratoren. 

Überflugmessungen ergaben, dass die Wirbelgeneratoren zwei störende Töne zu beseitigen vermögen. Erste Messungen der neuen Flugzeuge mit Wirbelgeneratoren zeigen, dass der Gesamtschallpegel des Flugzeugs im Anflug zwischen 17 und 10 Kilometer vor der Landung um bis zu vier Dezibel sinkt. Damit setzt die Lufthansa Group einen zentralen Aspekt der „Allianz für mehr Lärmschutz“ um, einer Gemeinschaftsinitiative von Lufthansa Group, Fraport, Airline-Verband BARIG, DFS, Forum Flughafen und Region (FFR) und der Hessischen Landesregierung.

Hörproben Airbus A320

 

 

Hörproben A320 mit und ohne Wirbelgenerator im Landeanflug auf den Flughafen Frankfurt am Messpunkt Offenbach Lauterborn.

Hörproben A320 mit und ohne Wirbelgenerator im Landeanflug auf den Flughafen München am Messpunkt Massenhausen.


Optimierte An- und Abflugverfahren

Gemeinsam mit ihren Systempartnern erzielt die Lufthansa Group in ihrem Bestreben, leiser zu fliegen, seit Langem Erfolge mit neuen Flugverfahren, etwa dem kontinuierlichen Sinkflug, dem steileren Anflug und veränderten Flugrouten. Solche optimierten An- und Abflugverfahren bilden einen weiteren Schwerpunkt der Maßnahmen zum aktiven Schallschutz, wie sie zum Beispiel im Forum Flughafen und Region (FFR) in Frankfurt entwickelt und umgesetzt wurden. 

Speziell am größten deutschen Drehkreuz in Frankfurt nehmen Vertreter des Flugbetriebs regelmäßig an Expertenrunden teil und arbeiten mit Hochdruck daran, optimierte An- und Abflugverfahren einzuführen.


Forschen für leiseres Fliegen

Die Lufthansa Group engagiert sich seit vielen Jahren in der Lärmforschung, welche die Grundlagen für einen erfolgreichen aktiven Schallschutz schafft. Nur diese aufwendigen und hochkomplexen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten führen zu leiseren Flugzeug- und Triebwerksgenerationen sowie zu den gewünschten Optimierungen der Bestandsflotte. Für die Lufthansa Group ist es daher sehr wichtig, diesen stetigen Kreislauf aus intensiver Forschung sowie neuen Technologien und Produkten fortzusetzen, um weitere Effizienzsteigerungen bei Flugzeugen und Triebwerken zu erzielen.

Das Fluglärm-Portal

Weiterführende Informationen zum Engagement der Luftfahrtbranche im Bereich Lärmschutz bietet das Fluglärm-Portal des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

www.fluglärm-portal.de