Nachhaltige alternative Kraftstoffe

Einen Schritt in Richtung Luftverkehr der Zukunft stellt der Einsatz alternativer Treibstoffe dar. Denn die deutlich niedrigere Netto-CO2-Bilanz von Biokerosin ermöglicht es, die Emissionen im Flugbetrieb dauerhaft zu reduzieren. Die Lufthansa Group leistete dafür im Jahr 2011 Pionierarbeit, indem sie im Rahmen des Projekts „BurnFAIR – Potenziale alternativer Kraftstoffe im operationellen Betrieb“ als erste Fluggesellschaft weltweit den Einsatz von Biotreibstoff im regulären Flugbetrieb über einen Zeitraum von rund sechs Monaten erprobte. Die Langzeiterprobung wurde mit detaillierten Emissionsmessungen sowie Forschungen zu Produktionsverfahren und zur Biomasseverfügbarkeit begleitet. Der Abschlussbericht zu burnFAIR steht unter aireg.de zum Download bereit.

Biokraftstoff im Langzeittest

  • Erprobungszeitraum 15. Juli  bis 27. Dezember 2011
  • Typ: Airbus A321
  • Biokraftstoffanteil: 50 Prozent auf einem Triebwerk
  • Gesamtinvestitionen: 6,6 Millionen Euro
  • Jeder Liter ist nachhaltig hergestellt

Breites Engagement

Am 15. September 2014 setzte das Unternehmen einen weiteren Meilenstein: Der Lufthansa Flug LH 190 von Frankfurt nach Berlin/Tegel war mit einer 10-prozentigen Beimischung der neuen Biokerosinkomponente Farnesan unterwegs. Es ist der erste Linienflug in Europa, der mit diesem Treibstoff abhob. Dem Flug war im Herbst 2013 im Rahmen des EU-Projekts „Blendingstudie“ ein Prüfstandtest bei Lufthansa Technik in Hamburg vorausgegangen. Es zeigte sich, dass durch die Beimischung eine Verbesserung der Emissionseigenschaften erzielt wird. 

Im Jahr 2016 betankte die Lufthansa Group ihre Flugzeuge auf dem Flughafen Oslo mit einer Kraftstoffmischung, die fünf Prozent Biokerosin enthält. Air BP Aviation, der norwegische Flughafenbetreiber Avinor und der Biofuel-Spezialist SkyNRG haben sich zusammengetan, um den Fluggesellschaften am Gardermoen Airport Jet-Biofuel anbieten zu können. Für den Zeitraum eines Jahres speiste Air BP Aviation 1,25 Millionen Liter nachhaltig produzierten und entsprechend zertifizierten Biotreibstoff in die Tanks des Flughafens Oslo ein. Dort starteten in dieser Zeit rund 5.000 Flüge der Airlines der Lufthansa Group, die alle mit einer Biokerosin- Beimischung fliegen. Dazu gehören Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Germanwings und Brussels Airlines.

Strenge Kriterien für alternativen Kraftstoff

Der schrittweise Aufbau einer alternativen Treibstoffversorgung soll einen Beitrag für die Klimaschutzziele der Luftfahrtbranche leisten. Jedoch setzt die Lufthansa Group höchste Maßstäbe bei der Nutzung alternativer Kraftstoffe an. Bevor wir beispielsweise Kraftstoff aus Energiepflanzen einsetzen, muss sichergestellt sein, dass der Anbau der infrage kommenden Energiepflanzen zu keinem Zeitpunkt in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht. Zu den weiteren Voraussetzungen zählen der nachgewiesene Umweltnutzen und eine ausreichende Verfügbarkeit zu einem konkurrenzfähigen Preis. Wir akzeptieren Zertifizierungen auf Grundlage von Standards der International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) oder des Round Table on Sustainable Biomaterials (RSB). ISCC ist das weltweit erste staatlich anerkannte Zertifizierungssystem für Nachhaltigkeit und Treibhausgas- Emissionen. Der RSB-Standard stellt nahezu die gleichen Anforderungen an die Biokerosin-Produktion, wobei seine Kriterien teilweise noch strenger sind. Unabdingbares Kriterium für die Lieferanten ist zudem, dass der Treibstoff nachhaltig hergestellt ist und entsprechend zertifiziert wurde.

Systempartner für alternative Kraftstoffe

Die Lufthansa Group ist Mitglied in der Sustainable Aviation Fuel Users Group (SAFUG) und in der Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e. V. (aireg).