Umweltstrategie 2020

Die Lufthansa Group hat sich im Bereich der Klima- und Umweltverantwortung ehrgeizige Ziele gesetzt. Basis ist das „Strategische Umweltprogramm“ des Konzerns: Die im Jahr 2008 vorgestellten 15 Leitsätze weisen den Weg, um bis 2020 kontinuierlich weitere Fortschritte zu erzielen.

  • 01 CO2-Emissionen reduzieren

    Die Lufthansa Group hat seit 2006 die Treibstoffeffizienz der Passagierflotte um 12,18 Prozent gesteigert. Bis 2020 wollen wir unseren spezifischen Verbrauch und den damit verbundenen CO2-Ausstoß um 25 Prozent gegenüber dem Jahr 2006 senken.

    Darüber hinaus unterstützt die Lufthansa Group die anspruchsvollen Ziele der Luftfahrtbranche, die 2008 in einer internationalen Selbstverpflichtung festgehalten wurden:

    • Die Energieeffizienz bis 2020 pro Jahr um 1,5 Prozent steigern
    • Ab 2020 CO2-neutral wachsen
    • Die Netto-CO2-Emissionen bis 2050 auf Basis von 2005 um 50 Prozent verringern.

    Unsere Basis für weitere Effizienzsteigerungen ist die in der Branche anerkannte Vier-Säulen-Strategie für den Klimaschutz. Diese Agenda deckt die ganze Bandbreite machbarer Maßnahmen ab.

  • 02 Ausstoß von Stickoxiden verringern

    Innerhalb der Lufthansa Group konnte der Ausstoß von Stickoxiden pro transportiertem Tonnenkilometer seit 1991 um 26 Prozent verringert werden. Die Lufthansa Group unterstützt das Ziel des europäischen Luftfahrtforschungsbeirats ACARE (Advisory Council for Aviation Research and Innovation in Europe), der eine Reduzierung der Stickoxidemissionen bis 2020 um 80 Prozent vorsieht. Dieser Wert bezieht sich auf ein Flugzeug des Technologiestands in diesem Jahr relativ zum Basisjahr 2000.

  • 03 Flotte modernisieren

    Nur wenn Fluggesellschaften ihre Flotten kontinuierlich modernisieren, kommen umweltschonende Technologien zum Einsatz. Bis 2025 soll die Lufthansa Group rund 180 neue Flugzeuge erhalten (Stand Juli 2017).

  • 04 Alternative Kraftstoffe fördern

    Nachhaltige alternative Kraftstoffe mit einer positiven netto CO2-Bilanz sind ein entscheidender Zukunftsbaustein zur Emissionsvermeidung. Notwendige Voraussetzungen: Die Alternativen müssen ausreichend und zu einem akzeptablen Preis verfügbar sein. Zudem dürfen die genutzten Rohstoffe nicht in direkter Konkurrenz zu der Erzeugung von Nahrungsmitteln stehen.

    Vom 15. Juli bis 27. Dezember 2011 flog im Rahmen des Forschungsprojektes burnFAIR ein Lufthansa Airbus A321 flugplanmäßig zwischen Hamburg und Frankfurt. Ein Triebwerk des Flugzeugs wurde zu 50 Prozent – der aktuellen Höchstbeimischgrenze - mit bio-synthetischem Kerosin betrieben. Hauptziel dieses Langzeitversuchs war es, Erfahrungen im Umgang mit Biokerosin zu sammeln und langfristige Messdaten zu erheben.

    Die Lufthansa Group engagiert sich auch weiterhin in Projekten mit Fokus auf alternative Kraftstoffe.

    Darüber hinaus ist der Konzern Mitglied in der Sustainable Aviation Fuel Users Group (SAFUG) und in der Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V. (aireg).

  • 05 Effizienz im operativen Bereich steigern

    Der operative Bereich bietet eine Vielzahl von Optimierungsmöglichkeiten: Bessere Flugrouten, Fliegen mit variablen Geschwindigkeiten, Gewichtsreduzierung an Bord und eine ideale Flugzeugbeladung sind hierfür gute Beispiele. Die Lufthansa Group setzt ihre Anstrengungen auf diesem Gebiet konsequent fort.

  • 06 Infrastruktur verbessern

    Ineffiziente oder auch fehlende Infrastruktur in der Luft und am Boden führen zu unnötigem Kraftstoffverbrauch. Klar ist deshalb, dass Flughäfen bedarfsgerecht ausgebaut und die Lufträume optimal genutzt werden müssen. Hier ist insbesondere die Politik gefordert, zeitgerecht entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen und notwendige Maßnahmen einzuleiten.

  • 07 Globales marktbasiertes Klimaschutzinstrument umsetzen

    Globales marktbasiertes Klimaschutzinstrument für den internationalen Luftverkehr umsetzen

    Die Lufthansa Group engagiert sich seit Jahren in internationalen Gremien für ein weltweit gültiges, marktbasiertes und wettbewerbsneutrales System für Klimaschutzabgaben. Denn nur ein global gültiges System ist wirkungsvoll im Klimaschutz und minimiert Wettbewerbsverzerrungen. Auf der 39. Vollversammlung der internationalen Luftfahrtorganisation ICAO im Oktober 2016 wurde beschlossen, ein entsprechendes System zur Kompensation von CO2 durch projektbasierte Mechanismen einzuführen. Dieses System soll dem internationalen Flugverkehr ab 2020 ein CO2-neutrales Wachstum ermöglichen.

  • 08 CO2-Kompensation fortführen

    Lufthansa, SWISS und Austrian Airlines bieten ihren Kunden die Möglichkeit, die bei einem Flug unvermeidlich entstehenden CO2-Emissionen mit einer freiwilligen Spende auszugleichen. Der Betrag fließt direkt in Klimaschutzprojekte.

  • 09 Weitere Anreizsysteme entwickeln

    Ökologisch orientierte Anreizsysteme – die aufkommensneutral formuliert werden – weisen in die richtige Richtung. Beispiel emissionsabhängige Flughafenentgelte: Innovative Airlines mit emissionsarmen Flugzeugen werden finanziell entlastet, während verbrauchsintensives Fluggerät belastet wird. So haben die Flughäfen Frankfurt, München, Stuttgart, Düsseldorf, Köln, Hamburg und Hannover bereits stickoxidbezogene Gebühren eingeführt.

  • 10 Fluglärm vermindern

    Flughafenanwohner müssen vor unzumutbaren Lärmbelastungen geschützt werden. Auch hier gilt, dass Investitionen in neue und leisere Flugzeuge die erste Wahl sind, um konkrete Verbesserungen zu erzielen. Durch kontinuierliche Flottenmodernisierung und aktiver Beteiligung an Forschung und Entwicklung will die Lufthansa Group zur Erreichung des ACARE-Forschungszieles beitragen: Bis 2020 sollen Technologien entwickelt werden, die die Lärmemissionen gegenüber dem Jahr 2000 um 50 Prozent senken können.

  • 11 Flugzeuge verbessern

    Auch Geräuschbelastungen der heute zur Verfügung stehenden Flugzeuge können reduziert werden. Dafür ist es notwendig, die Schallquellen umfassend zu erforschen. Gemeinsam mit Partnern analysiert die Lufthansa Group Mechanismen der Schallentstehung und entwickelt auf dieser Basis praxisgerechte Lösungen.

    Die Lufthansa Group setzt sich kontinuierlich dafür ein, die Lärmemissionen des Fliegens deutlich zu reduzieren, indem sie bei neuen Flugzeugen und ihren Triebwerken auf modernste Technologie setzt und ihre Bestandsflotte zugleich immer weiter optimiert.

  • 12 Flugverfahren optimieren

    Die Lufthansa Group treibt die Entwicklung lärmarmer Flugverfahren voran. Wichtig dabei: Neue Flugverfahren müssen Aspekte der Sicherheit, Kapazitäten und Wirtschaftlichkeit berücksichtigen. Daher müssen alle Systempartner – Flughäfen, Flugsicherung und Airlines – an einem Strang ziehen.

  • 13 Umfassende Verkehrskonzepte entwickeln

    Effizienter Verkehr erfordert die optimale Vernetzung der Verkehrsträger. Darum unterstützt die Lufthansa Group – wo es ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist – entsprechende Maßnahmen. Ihre umfangreichen Services für vernetztes Reisen hat das Unternehmen im Oktober 2015 unter dem einheitlichen Markennamen Lufthansa Express zusammengefasst. Das Spektrum der Reisemöglichkeiten vor und nach dem Flug reicht von ICE-Zügen und modernen Fernbussen bis hin zu Carsharing.

  • 14 Ökologisch bauen

    Ein schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen steht für die Lufthansa Group auch bei der Planung, Renovierung und dem Neubau von Konzerngebäuden weiterhin im Mittelpunkt. Beispiel Lufthansa Aviation Center: Dank thermoaktiver Decken, sensibler Verschattungsautomatik und einer hoch wärmegedämmten Fassade beträgt der Energieverbrauch des Verwaltungsgebäudes am Flughafen Frankfurt nur noch etwa ein Drittel im Vergleich zu einem konventionellen Bürokomplex.

    Weitere Beispiele sind der neue Flugsteig A-Plus am Flughafen Frankfurt sowie das im April 2016 in Betrieb genommene Satellitengebäude vor dem Terminal 2 in München, wo ebenfalls ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

  • 15 Umweltmanagement erweitern

    Die Lufthansa Group managt Umweltschutz: Die Abteilung Umweltkonzepte Konzern koordiniert alle konzernübergreifenden Ziele, Strategien und Maßnahmen. Zudem tauschen sich die rund 30 Umweltexperten des gesamten Konzerns regelmäßig im Rahmen des internen Umweltforums aus. In den nächsten Jahren soll das Umweltmanagement auf allen Ebenen ausgebaut werden.