Sustainable Aviation Fuel (SAF) ist der Oberbegriff für alle Flugkraftstoffe, die ohne die Verwendung von fossilen Energiequellen hergestellt werden. Es existieren verschiedene Herstellungsverfahren für nachhaltige Flugkraftstoffe, und es stehen verschiedene Ausgangsmaterialien zur Verfügung. Aus Sicht der Lufthansa Group sind sie essentiell für die Energiewende in der Luftfahrt. Das von der Lufthansa Group derzeit eingesetzte SAF wird aus biogenen Reststoffen, beispielsweise aus gebrauchten Speiseölen hergestellt. Die Lufthansa Group gehört seit Jahren zu den größten Abnehmern von SAF und hat sich nachhaltiges Kerosin für eine Viertelmilliarde US-Dollar gesichert, um die in den kommenden Jahren absehbar steigende Nachfrage bedienen zu können.

Die derzeit auf dem globalen Markt verfügbare Menge an SAF reicht jedoch noch nicht aus, um große Mengen im Flugbetrieb einzusetzen, und der Preis für SAF ist deutlich höher als jener für fossiles Kerosin. Die Lufthansa Group ist daher in zahlreichen Projekten aktiv, um Markthochlauf und damit die Verfügbarkeit von SAF voranzutreiben.

Mit „Compensaid“ heute schon CO₂-neutral fliegen

Der Lufthansa Innovation Hub hat mit der Plattform „Compensaid“ im Jahr 2019 eine zukunftsweisende Kundenlösung für den Einsatz von SAF entwickelt. Reisende können dort unabhängig von der Wahl der Fluggesellschaft für ihre Flugreise herkömmliches Kerosin durch SAF ersetzen und somit einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Das Kerosin der Zukunft: Flugkraftstoff aus erneuerbaren Energien

Die Lufthansa Group treibt seit mehr als einem Jahrzehnt Schlüsseltechnologien zur Erzeugung nachhaltiger Flugkraftstoffe voran und hat sich ein umfangreiches Netzwerk von Partnerschaften aufgebaut.

Schwerpunkt des Engagements liegt nun auf strombasierten Flugkraftstoffen, den sogenannten Power-to-Liquid Fuels (PtL). Sie gehören ebenfalls zur Kategorie der nachhaltigen Flugkraftstoffe. Bei der PtL-Technologie entsteht aus regenerativ erzeugtem Strom, Wasser und CO₂ (aus der Atmosphäre oder der Industrie) ein synthetisches Rohöl, das zu Kerosin verarbeitet werden kann. Die PtL-Flugkraftstoffe befinden sich aktuell noch in der Entwicklung hin zu einer industriellen Herstellung, gelten aber langfristig als Schlüssel für CO2-neutrales Fliegen, da sie theoretisch ohne Verfügbarkeitsgrenzen produziert werden können.

So funktioniert das Power-to-Liquid-Verfahren

Engagement in verschiedenen PtL-Projekten

Die Lufthansa Group ist in verschiedenen PtL-Projekten engagiert. Darüber hinaus ist sie Partnerin und Pilotkundin einer der weltweit ersten, im Oktober 2021 eröffneten Anlage zur Produktion von PtL-Rohöl in Werlte, das von einer Raffinerie in E-Kerosin für den Flugverkehr aufbereitet wird. Die Anlage wird von der Klimaschutzorganisation atmosfair betrieben. Mindestens 25.000 Liter PtL-Flugkraftstoff wird die Lufthansa Group in den kommenden fünf Jahren jährlich abnehmen und Kunden zur Verfügung stellen.

Pionierleistung

Die Lufthansa Group hat sich intensiv mit der Erforschung, Erprobung und Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe befasst und 2011 mit der weltweit ersten Langzeiterprobung von Biokerosin im regulären Flugbetrieb Pionierarbeit geleistet. Das Projekt wurde mit detaillierten Emissionsmessungen sowie Forschungen zu Produktionsverfahren und zur Biomasseverfügbarkeit begleitet. Lufthansa hat damals aufgezeigt, dass nachhaltiges Kerosin problemlos in Flugbetrieb eingesetzt werden kann und dass dafür auch keine Infrastrukturanpassung notwendig sind. Später engagierte sich das Unternehmen in der Grundlagenforschung zum Mischungsverhalten von alternativem und konventionellem Kerosin.